Viel zu tun

Nachdem die H0-Modulanlage einem knallharten Dauertest über sechs Wochen bei der Modellbahnausstellung im Möbelhaus Möbel Inhofer unterzogen wurde, heißt es nun die Fehler ausmärzen, die den automatisch betriebenen Dauereinsatz behindern. Dies sind Punkte wie Gleisübergänge an den Modulkanten in der Wendeschleife, Versorgung mit Schaltsignalen an die Weichendecoder im Falle eines Kurzschlusses auf dem Gleis, und einige andere Dinge.
Als aller Erstes werden diese Fehler behoben und die Ausgestaltung der Anlage vorangetrieben. Das Ziel für die kommende Ausstellung ab Ende November ist eine voll funktionsfähige Anlage, die auch optisch keine Baustellen mehr anmuten lässt.

Eine große Störquelle war der Gleisübergang an den Modulkanten in der Wendeschleife. Erschwerend kam hier dazu, dass diese Trennstellen sich unterirdisch befinden, was vor Ort nur durch ein vorübergehendes Fixieren der Übergänge behoben werden konnte. Die klimatisierte Luft im Möbelhaus sorgte dafür, dass die Anlage - größtenteils mit frisch gekauftem Holz gebaut - zusammengeschrumpft ist. Die lange Seite der Wendeschleife mit ca. sechs Meter Länge hat sich hierbei um mehrere Zentimeter verkürzt, die Metallschienen haben dabei auf diese Verkürzung mit Verbiegen und Aufstellen geantwortet.

Um diesem Problem in Zukunft Herr zu werden, mussten zunächst mehrere Zentimeter Gleis an den Modulkanten komplett entfernt werden. Anschließend wurde kupferbeschichtetes Platinenmaterial fest angebracht und neue Gleisübergänge eingesetzt. Darüber hinaus wurden nun "Dehnungslücken" von ca. fünf Millimeter pro Modul vorgesehen. Bei Bedarf können diese weiter verkürzt werden oder mit Hilfe einer Lötverbindung fixiert werden, falls es erforderlich sein sollte. Es ist damit zu rechnen, dass spätestens bei der nächsten Ausstellung sich wieder eine Verkürzung der Anlage ergeben wird. Das endgültige Resultat der neuen Übergänge zeigt das erste Bild.

Die andere Baustelle, an der die letzten Wochen bereits gearbeitet wurde, ist ganz elektrischer Natur. Es kam immer wieder vor, dass bei Weichenüberfahrten oder in der Kehrschleife Kurzschlussströme verursacht wurden, die den Booster kurzzeitig abschalten ließen. Dies führte zu anschließenden Fehlfahrten bei ganz anderen Zügen oder für nicht kontrollierbare Unfälle. Nachdem an den entsprechenden Stellen bereits nachgearbeitet wurde, ist auch der Weg der Signale vom PC zur Anlage ein wenig umgebaut worden. Sollte auf dem Gleis ein Kurzschluss auftreten, wird das DCC-Signal dennoch zuverlässig an die Weichendecoder weitergegeben. Unfälle und Fehlfahrten werden dadurch behoben.
Auf dem nächsten Bild ist der überarbeitete Schattenbahnhof mit Wendeschleife ohne aufgesetzte Landschaftsmodule zu sehen. Auf dem Rollwagen unten ist der neue provisorische Anlagen-Server. Er beinhaltet einen Rechner, auf dem der Rocrail-Server läuft, sowie die komplette Hardware zur Anbindung an die Anlage sowie ein Netzwerk-Router um dann mit einem Endgerät - in diesem Beispiel der Laptop auf der Anlage - mit der grafischen Programmoberfläche die Anlage zu steuern.

Zu guter Letzt nun noch ein Bild von den neuen Transportkonstruktionen, um in Zukunft ein sicherers Transportieren der Anlagenteile zu gewährleisten. Leider ist es bei der letzten Ausstellung zu zwei schweren Transportunfällen gekommen - beide Male hat es Kunststoffbrücken getroffen. Schelme behaupten, es wäre "Brückentag" gewesen. Dabei war es nur ein arbeitsreicher Samstag, an dem die Anlage abgebaut wurde.

In nächster Zeit werden nun die restlichen Anlagenteile überarbeitet. Sowohl elektrisch um auch hier die Kurzschlussfälle besser unter Kontrolle zu haben als auch landschaftlich, um dann bei der nächsten Ausstellung nicht eine Holzwüste präsentieren zu müssen. Unglaublich, wieviel Eltern ihren Kindern beim Vorbeilaufen an der betriebsreichen aber kahl ausgestalteten Anlage erzählt haben, "die bauen noch auf, da gehen wir weiter".

Drucken E-Mail